Ein bayerisches Bildungsprogramm
Träger des politischen Bildungsprogramms mehrWERT Demokratie ist das Bayerische Schullandheimwerk, Dachverband von 28 Schullandheimen in Bayern, gemeinsam mit der Bayerischen Akademie für Schullandheimpädagogik.
Schirmherrin von mehrWERT Demokratie war von 2010 bis 2022 (†) die Präsidentin des Bayerischen Landtags a. D. Barbara Stamm.
Als Projekt des Wertebündnis Bayern gestartet, hat sich mehrWERT Demokratie in 15 Jahren zu einem eigenständigen Bildungsangebot und zu einem maßgeblichen Faktor in der politischen Bildung Bayerns entwickelt.
Gründungspartner waren die Bayerische Staatsregierung, der Bayerische Landtag, die Bayerische Sparkassenstiftung, der Bayerische Realschullehrerverband, der Bund der Vertriebenen - Landesverband Bayern, der Deutsche Kinderschutzbund - Landesverband Bayern, die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern, die Jugendfeuerwehr Bayern und die Landeselternvereinigung Bayerischer Realschulen.
mehrWERT Demokratie wird vor allem aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert. Weitere Zuschussgeber sind u. a. die Bayerische Staatskanzlei, die Stiftung Wertebündnis Bayern und die Bayerische Sparkassenstiftung.
Ziele und Grundverständnis
Zentrale Ziele von mehrWERT Demokratie sind die Förderung einer demokratischen Werthaltung und eines vertieften Rechtsstaatsbewusstseins verbunden mit der Entwicklung von analytischen Fähigkeiten und Problemlösungskompetenz in Bezug auf politische Fragestellungen, Strukturen und Prozesse.
Das Grundverständnis des Bildungsprogramms wird in seinem Kern von polaren Prinzipien bestimmt. Heimatverbundenheit und Weltoffenheit, Einheit und Vielfalt, Sicherheit und Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Eigenverantwortung sind für eine demokratische Gesellschaft unabdingbar und müssen miteinander in Einklang gebracht. Entschieden wendet sich mehrWERT Demokratie gegen jede Form von Extremismus, Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung. Auch der Ausgleich von Interessen sowie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines politischen Systems und damit Fragen nach sicheren Arbeitsplätzen, einer flächendeckenden medizinischen Versorgung oder bezahlbarem Wohnraum spielen eine wichtige Rolle.
Alle Kurse und Veranstaltungen werden vom Dreiklang „Werte und Haltungen“, „Herausforderungen und Gefährdungen“ und „Engagement und Partizipation“ getragen. Durch ein vertieftes Werteverständnis und die Einsicht, dass ein freiheitlicher Rechtsstaat keine Selbstverständlichkeit ist, wird der Grundstein gelegt für die Übernahme von Verantwortung und die Bereitschaft, sich für eine demokratische politische Ordnung einzusetzen.
mehrWERT Demokratie ist ein Bildungsprogramm, das
- der konservativen Sichtweise die gleiche Bedeutung wie liberalen Aspekten beimisst, weil beide Perspektiven für eine demokratische Mitte unverzichtbar sind,
- in Tradition und Innovation keine unvereinbaren Gegensätze sieht, sondern ihre Balance für entscheidend in Bezug auf die Stabilität und Weiterentwicklung eines politischen Systems hält,
- dem Freiheitsprinzip das Prinzip der Sicherheit, durch das Freiheit erst ermöglicht wird, gleichwertig zur Seite stellt,
- sich auf einen aufgeklärten Patriotismus und einen demokratischen Heimatbegriff als wichtige Voraussetzung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt stützt,
- Vielfalt und Heterogenität als grundlegend für eine demokratische Gesellschaft betont, sie aber immer auch in den Zusammenhang von Einheit und Funktionsfähigkeit stellt,
- die Notwendigkeit rechtsstaatlicher Ordnung und ökonomischer Leistungsfähigkeit hervorhebt, ohne die kein politisches System auf Dauer Bestand hätte,
- gezielt direkte Begegnungen junger Menschen mit Politikerinnen und Politikern fördert, um die Vorteile einer repräsentativen Demokratie deutlich zu machen, zugleich aber auch die Möglichkeiten direkter Demokratie auslotet,
- sich neben Rechtsextremismus, Islamismus und anderen verfassungsfeindlichen Aktivitäten auch mit Linksextremismus und linkem Antisemitismus intensiv befasst,
- die Frage der Legalität und Illegalität von Engagement und Protest in einem freiheitlichen Rechtsstaat thematisiert, um die Jugendlichen vor Fehlverhalten zu schützen und dadurch zu stärken,
- drängende aktuelle Probleme wie die Migration aufgreift und dabei neben den Chancen von Zuwanderung auch ihre Steuerung und Begrenzung zur Diskussion stellt,
- mit Unternehmen unterschiedlicher Größe und aus unterschiedlichen Bereichen in der Demokratiebildung ihrer Auszubildenden kooperiert,
- mit der in der politischen Bildung vernachlässigten Gruppe der Förderschülerinnen und Förderschüler regelmäßig Kurse durchführt.
Kennzeichnend für mehrWERT Demokratie ist
- der Anspruch, politische Bildung für jede und jeden zugänglich zu machen: für Schülerinnen und Schüler, Jugendgruppen und Auszubildende genauso wie für Studierende, Lehrkräfte, Sozialpädagogen und weitere Erwachsenengruppen,
- die große inhaltliche und methodische Breite des Bildungsangebots, das aufgrund neuer Entwicklungen und Erkenntnisse ständig ergänzt, erweitert und angepasst wird,
- die Flexibilität in der Planung und Umsetzung der Kurse, um dadurch den unterschiedlichen Wünschen und Voraussetzungen optimal entsprechen zu können,
- die Auswahl an unterschiedlichen Formaten wie z.B. Workshops, Wochenkurse, Online-Seminare, Fortbildungen, Schulungen und Fachtage,
- die durch den Lernort Schullandheim begünstigte Intensität der Beschäftigung mit politischen Themen,
- die Überzeugung, dass politisches Denken und Handeln nicht nur rational gesteuert, sondern auch von Emotionen bestimmt wird,
- das hohe Qualitätsniveau, das durch die laufende Überarbeitung der Konzepte und Module sowie die Evaluierung aller Kurse und Veranstaltungen gewährleistet wird,
- die enge Kooperation mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren in der Projektumsetzung, unterstützt von externen Experten und auf politische Bildung spezialisierten Einrichtungen wie der Valentum Bildung gGmbH.